Weihnachtsstern pflegen, gießen, düngen, überwintern

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Den Weihnachtsstern gibt es in vielen Farben - hier ein Prachtexemplar in klassischem Rot (Foto: Dehner)
Den Weihnachtsstern gibt es in vielen Farben - hier ein Prachtexemplar in klassischem Rot (Foto: Dehner)

Wenn draußen Frost herrscht, bringt der Weihnachtsstern jede Menge Farbe in die Wohnzimmer. Doch bei der Pflege gibt es Einiges zu beachten.

Wer ab Anfang November ein Gartencenter, einen Supermarkt, einen Blumenladen oder einen Baumarkt betritt, kommt nicht an ihnen vorbei: Weihnachtssterne (Euphorbia pulcherrima oder auch Poinsettie). Auf meterlangen Regalen stehen sie in allen Größen und Farben – vom klassischen Rot über Rosa und Pink bis hin zu Weiß und Creme, von Mini über Midis bis XXL. Sogar panaschierte Sorten mit gesprenkelten Hochblättern sind erhältlich. Mehr als 50 Sorten haben die Züchter inzwischen hervorgebracht und jedes Jahr kommen neue Varianten hinzu. Viele von ihnen tragen fantasievolle Namen, die bereits einen Hinweis auf die Farbe geben: Whitestar, Pink Peppermint, Red Elf, Sonora White Glitter, Ice Punch oder Premium White.

Nur acht Wochen hat der Weihnachtsstern Saison; in dieser Zeit gehört er zu den meistverkauften Zimmerpflanzen. Mehr als 100 Millionen Stück werden jährlich in Europa verkauft, davon 35 Millionen allein in Deutschland: Der Weihnachtsstern ist also ein Riesengeschäft.

Nach der Blüte – also im neuen Jahr – werden die meisten Weihnachtssterne ausgemustert und in der Biotonne entsorgt. Die wenigsten wissen, dass der Weihnachtsstern ursprünglich aus Mexiko kommt und dort mehrere Meter hoch werden kann. Für den deutschen Markt werden die Pflanzen mit chemischen Hemmstoffen behandelt, die das Wachstum bremsen. Damit der Weihnachtsstern pünktlich zur Adventszeit seine kräftig gefärbten Hochblätter zeigt, werden in vielen Gärtnereien schon im Oktober die Gewächshäuser mit schwarzer Folie abgedunkelt. Hintergrund: Der Weihnachtsstern ist eine Kurztagspflanze und zeigt seine volle Pracht nur bei maximal zwölf Sonnenstunden täglich. Das ist auch der Grund, warum der Weihnachtsstern nur einige Wochen so prächtig blüht, denn natürlich sind Deutschlands Wohnungen gerade in den Wintermonaten von frühmorgens bis spät am Abend beleuchtet.

Weihnachtsstern kaufen

Den Weihnachtsstern gibt es in vielen Farben - hier ein Prachtexemplar in klassischem Rot (Foto: Dehner)
Den Weihnachtsstern gibt es in vielen Farben – hier ein Prachtexemplar in klassischem Rot (Foto: Dehner)

Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Pflanze hinreichend knospige Blüten aufweist. Verwechseln Sie die Blüten nicht mit den leuchtend-farbigen Hochblättern: Die eigentlichen Blüten sind kleine Kügelchen, sitzen im Inneren des Blätterkranzes und haben eine grün-gelbe Farbe. Wenn diese Blüten weit geöffnet sind oder abfallen, werden Sie an diesem Weihnachtsstern nicht lange Freude haben. Achtung: Der Weihnachtsstern ist ausgesprochen anfällig gegenüber Kälte und Frost. Packen Sie ihn also vor dem Verlassen des Geschäfts großzügig in Papier ein und bringen Sie das gute Stück möglichst schnell nach Hause.

Lassen Sie die Finger von Weihnachtssternen, die in den Außenflächen und Eingangsbereichen von Gartencentern, Supermärkten oder Baumärkten feilgeboten werden. Kälte und Zugluft sorgen dafür, dass der Weihnachtsstern in vielen Fällen schon nach wenigen Tagen seine Blätter abwirft.

Weihnachtsstern pflegen

Der Weihnachtsstern wünscht sich einen möglichst hellen und sonnigen Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung: Ein Plätzchen auf dem Esszimmertisch ist also besser geeignet als ein Fensterplatz. Zugluft sollten Sie unbedingt vermeiden: Stellen Sie die Pflanze also nicht in Dielen und Eingangsbereiche. Zimmertemperatur gefällt dem Weihnachtsstern am besten: 15 bis 22 Grad sind perfekt. Wenn Sie den Weihnachtsstern in einem Treppenhaus aufstellen, sollte die Temperatur nie unter 10 Grad fallen.

Weihnachtsstern gießen

Die meisten Weihnachtssterne kümmern oder gehen ein, weil sie falsch gegossen werden. Das richtige Gießen ist tatsächlich die Achillesferse des Weihnachtssterns, denn ein Zuviel ist genauso schädlich wie ein Zuwenig. Faustregel: Gießen Sie erst dann mit handwarmem Wasser, wenn die Oberfläche der Erde angetrocknet ist. In keinem Fall darf sich Staunässe bilden: Überschüssiges Wasser im Untersetzer oder Übertopf sollte möglichst schnell abgegossen werden, denn der Weihnachtsstern quittiert zu nasse Füße mit Blattabwurf und Wurzelfäule. Wenn Sie unsicher sind, welche Wassermenge die richtige ist, dann können Sie dem Weihnachtsstern alternativ auch ein Tauchbad gönnen. Sobald der Wurzelballen nahezu ausgetrocknet ist, nehmen Sie die Pflanze aus dem Topf und tauchen ihn einen Eimer mit Wasser. Einige Minuten später lassen Sie den Wurzelballen in einem leeren Eimer abtropfen und stellen den Weihnachtsstern zurück in den ursprünglichen Topf.

Weihnachtsstern düngen

Es genügt, wenn Sie den Weihnachtsstern einmal pro Woche mit gewöhnlichem Flüssigdünger düngen. Auch spezielle Düngestäbchen für Zimmerpflanzen haben sich bewährt, weil sie die Nährstoffe über einen längeren Zeitraum abgeben.

Weihnachtsstern als Schnittblume

Auch in der Vase macht der Weihnachtsstern eine prima Figur. Außerdem dient er als Basis für Gestecke und festliche Arrangements. Vor dem Einsatz müssen die Stängel allerdings präpariert werden, damit der Weihnachtsstern keinen Milchsaft verliert. Stellen Sie die Stängel in einen Topf mit heißem Wasser (mindestens 60 Grad) oder halten Sie die Schnittstelle kurz über eine Kerzenflamme. Durch beide Maßnahmen wird der Milchsaft unterbunden und der Weihnachtsstern hält deutlich länger durch. Die Lebensdauer können Sie zudem mit klassischem Blumen-Frischhaltemittel verlängern – auf diese Weise können Sie sich mindestens zwei Wochen an den Weihnachtssternen erfreuen.

Weihnachtsstern schneiden

Keine Scheu vor dem Griff zur Gartenschere: Ein gesunder Weihnachtsstern quittiert einen beherzten Rückschnitt im März/April mit vermehrtem Austrieb – schon nach wenigen Wochen zeigen sich wieder erste Blätter und Triebe.

Weihnachtsstern im Sommer

Wenn Sie einen Weihnachtsstern „übersommern“ möchten, ist ein halbschattiger Ort am besten geeignet – zum Beispiel auf der Terrasse, an einem Ostfenster oder auf dem Balkon. Vor direkter Sonneneinstrahlung und zu großer Hitze sollten Sie ihn schützen. Besonders gefährdet ist der Weihnachtsstern dann, wenn die Erde austrocknet – dann welken die Blätter extrem schnell. Von April bis September genügt handelsüblicher Flüssigdünner für Blühpflanzen, alternativ funktionieren auch Dünge-Stäbchen oder Langzeitdünger für Balkonpflanzen. Verzichten Sie am besten auf einen Übertopf oder Topf-Untersetzer, denn der Weihnachtsstern verträgt keine Staunässe: Gießwasser sowie Regenwasser sollten schnell ablaufen können. Im Handel gibt es auch Übertöpfe mit integriertem Wasserablauf. Sobald der Weihnachtsstern im zeitigen Frühling seine farbigen Hochblätter abgeworfen hat, können Sie den Weihnachtsstern kräftig zurückschneiden und umtopfen.

Weihnachtsstern überwintern

Mit gewissenhafter Pflege, beherztem Schnitt und regelmäßigem Gießen bringen Sie den Weihnachtsstern durch den Frühling und durch den Sommer. Dann ist es möglich, den Weihnachtsstern wieder zur Blüte anzuregen, was allerdings etwas Arbeit erfordert und sich nur bei Raritäten oder größeren Exemplaren rechnet. Zur Ehrlichkeit gehört daher: So richtig lohnen wird sich das Überwintern nur in den seltensten Fällen. Weihnachtssterne werden ausgesprochen günstig angeboten. Daher empfiehlt es sich, im Advent eine frische Pflanze zu erwerben, die unter optimalen Bedingungen aufgewachsen ist.

Weihnachtsstern zum Blühen anregen

Wenn Ihr Weihnachtsstern tatsächlich die Sommersaison überstanden hat und ein zweites Weihnachten erleben soll, dann muss er zur Blütenbildung mindestens acht Wochnen lang zwölf Stunden pro Tag im Dunkeln verbringen. Gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Sobald die Temperaturen im Herbst unter 10 Grad fallen, holen Sie den Weihnachtsstern in die Wohnung.
  2. Platzieren Sie den Weihnachtsstern an einer Stelle mit Tageslicht, die aber ab Sonnenuntergang zuverlässig nicht mehr beleuchtet wird (Keller, Wintergarten, Treppenhaus usw.). Das erreichen Sie am einfachsten, indem Sie den Weihnachtsstern am Abend und in der Nacht mit einer lichtundurchlässigen Folie, einem Karton oder einem schwarzen Eimer abdecken. Achten Sie darauf, dass wirklich kein Lichtstrahl hindurchdringt.
  3. Nach rund eineinhalb Monaten zeigen sich die Hochblätter wieder in kräftigen Farben. Wenn Sie also zum 1. Dezember einen blühenden Weihnachtsstern haben möchten, sollten Sie mit der Prozedur Anfang Oktober loslegen.

Weihnachtsstern umtopfen

Der Topf, in dem Sie Ihren Weihnachtsstern gekauft haben, wird schnell zu klein. Außerdem wird häufig minderwertiges Substrat eingesetzt, das im Lauf der Zeit an Qualität verliert und immer weniger Wasser speichern kann. Muss der Weihnachtsstern umgetopft werden, greifen Sie zu spezieller Blumenerde für Zimmerpflanzen oder Kakteenerde. Um Staunässe zu vermeiden, können Sie Tongranulat oder Sand untermischen.

Weihnachtsstern verliert Blätter

Wenn Weihnachtssterne ihre Blätter verlieren oder sich die Blätter gelb färben, ist das immer ein Alarmsignal – und fast immer liegt die Ursache in Staunässe. In jedem Fall müssen Sie sofort Erste-Hilfe-Maßnahmen einleiten, sonst geht der Weihnachtsstern ein.

  1. Zu nass: Gießen Sie überschüssiges Wasser komplett ab und lassen Sie die Erde antrocknen. Falls die Blätter komplett abgefallen sind, topfen Sie den Weihnachtsstern um und schneiden abgestorbene Zweige ab. Achten Sie in der Folge darauf, dass die Erde nicht tropfnass ist – dann besteht eine kleine Chance, dass sich die Pflanze erholt.
  2. Zu kühl: Weitere Ursachen für den Blattverlust könnten Zugluft oder zu niedrige Temperaturen sein: Stellen Sie den Weihnachtsstern an einen windgeschützten Platz, an dem dauerhaft 15 Grad aufwärts erreicht werden.
  3. Zu trocken: Sollte der Wurzelballen versehentlich ausgetrocknet sein, quittiert dies der Weihnachtsstern ebenfalls mit Blattabwurf. In diesem Fall können Sie die Pflanze retten, indem Sie den Weihnachtsstern umgehend einem Tauchbad in handwarmem Wasser unterziehen. Die Chancen stehen hier sehr gut, dass sich die Pflanze erholt und wieder austreibt.

Weihnachtsstern giftig? Das sagen Experten

Wegen vieler Nachfragen haben wir diesem Thema einen eigenen Artikel gewidmet, in dem wir klären, ob der Weihnachtsstern wirklich giftig ist.

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